Mandel­entzündung: Symptome, Ursachen und Behandlung

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Plötzlich kratzt es im Hals, und jedes Schlucken bereitet Schmerzen. Man ahnt: Da bahnt sich mehr an als nur eine harmlose Erkältung. Eine Mandelentzündung (Tonsillitis oder Angina tonsillaris) gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Besonders Kinder und Jugendliche sind betroffen, doch auch Erwachsene bleiben nicht verschont. Die Entzündung der Gaumenmandeln sorgt bei Betroffenen für heftige Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Fieber oder eitrige Beläge an den Mandeln. Bei einer akuten Mandelentzündung ist ein Besuch bei einer HNO-Ärztin oder einem HNO-Arzt dringend angeraten, um mit einer passenden Behandlung – medikamentös oder, in seltenen Fällen, operativ – rasch Linderung zu verschaffen.

Was ist eine Mandelentzündung (Tonsillitis)?

Eine Mandelentzündung ist vor allem eines: schmerzhaft. Vor allem Kinder und Jugendliche können davon ein Lied singen. Doch wieso trifft es insbesondere sie und was genau entzündet sich bei einer Tonsillitis eigentlich?

Ursache allen Übels sind die Gaumenmandeln (Tonsillen). Sie befinden sich beidseitig im Rachen, am Übergang zum Mund, und sind Teil des körpereigenen Abwehrsystems. Ihre Aufgabe ist es, eindringende Erreger wie Bakterien und Viren abzufangen. Da das Immunsystem bei Kindern noch nicht so ausgereift ist, sind sie besonders anfällig für eine Mandelentzündung. Bei einer akuten Mandelentzündung sind diese Mandeln entzündet, gerötet und geschwollen, was für die Betroffenen mit starken Beschwerden einhergeht.

Apropos akut: Bei einer Mandelentzündung unterscheidet man zwischen einer akuten und einer chronischen Form. Eine akute Mandelentzündung entwickelt sich plötzlich und heilt in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen aus. Wiederkehrende Infektionen können jedoch zu einer chronischen Tonsillitis führen.

Übrigens: Auch Erwachsene können an einer Mandelentzündung erkranken, insbesondere wenn das Immunsystem durch Stress, Schlafmangel oder andere Infekte geschwächt ist und sich im Rahmen einer Erkältung eine Tonsillitis entwickelt.

Ursachen einer akuten Mandelentzündung: Viren oder Bakterien?

In den meisten Fällen wird eine Mandelentzündung durch Viren, etwa durch Erkältungsviren, Influenzaviren, das Epstein-Barr-Virus oder Coxsackie-Viren, ausgelöst. Eine Ansteckung erfolgt über eine Tröpfcheninfektion, beispielsweise beim Husten, Niesen, Sprechen oder Küssen.

Wird die Mandelentzündung durch Bakterien verursacht, sind Streptokokken der Gruppe A die Hauptverursacher. Eine Infektion mit diesen Bakterien verläuft in der Regel schwerer, mit höherem Fieber und einem typischen gelblich-weißen Belag auf den Mandeln.

Symptome und Anzeichen einer Angina Tonsillaris

Zunächst kratzt es im Hals, dann schmerzt das Schlucken und irgendwann muss man sich eingestehen: Alle Anzeichen deuten auf eine Halsentzündung hin. In diesem Fall kann es nicht schaden, sich die Symptome, die eine Mandelentzündung hervorruft, genauer anzusehen.

Typische Symptome einer Mandelentzündung (Tonsillitis) sind:

  • Starke Halsschmerzen, oft mit Ausstrahlung in die Ohren
  • Deutliche Schluckbeschwerden beim Essen und Trinken
  • Fieber und ausgeprägtes Krankheitsgefühl
  • Geschwollene, gerötete Gaumenmandeln, teils mit eitrigem Belag
  • Vergrößerte Lymphknoten am Hals
  • Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen
  • Mundgeruch
  • Kloßgefühl und Kratzen im Hals, Schmerzen beim Sprechen

Bei Kindern treten zusätzlich häufig Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen auf. Die Beschwerden entwickeln sich rasch und sind nach ein bis zwei Tagen meist voll ausgeprägt.

Diagnose einer Mandelentzündung durch den HNO‑Arzt

Wenn Sie den Verdacht haben, an einer Mandelentzündung erkrankt zu sein, sollten Sie nicht lange zögern, medizinischen Rat einzuholen: Betroffene sollten möglichst rasch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde konsultieren.

In der HNO-Praxis erfolgt zuerst ein Blick in den Rachen, um das Aussehen der Gaumenmandeln zu beurteilen, gefolgt von einem Abtasten der Lymphknoten am Hals. Ein Rachenabstrich hilft, zwischen viraler und bakterieller Infektion zu unterscheiden, und findet bei Verdacht auf Streptokokken auf jeden Fall statt. In unklaren oder schweren Fällen verschafft eine Blutuntersuchung Klarheit.

Es gilt: Nur wenn die Ursachen der Mandelentzündung geklärt sind, kann die richtige Behandlung erfolgen.

Behandlung einer Mandelentzündung: Welche Therapie hilft wann?

Nach der Diagnosestellung richtet sich die Behandlung nach den Auslösern und der Schwere der Krankheit.

Symptomatische Behandlung bei viraler Tonsillitis

Wenn Viren die Ursache für die Entzündung der Gaumenmandeln sind, erfolgt die Therapie symptomatisch. Schmerzlindernde und fiebersenkende Mittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können in diesem Fall sinnvoll sein. Wichtig sind zudem:

  • Körperliche Schonung und ausreichend Schlaf
  • Viel trinken, am besten Wasser oder Tee
  • Lutschtabletten zur Befeuchtung des Rachens
  • Gurgeln mit Salbeitee oder Salzwasser

Antibiotika‑Therapie bei bakterieller Infektion

Eine Antibiotika-Therapie ist bei nachgewiesener Streptokokken-Infektion oder anderen Bakterien angezeigt. Häufig werden Penicillin oder ein alternatives Präparat verordnet.

Wichtig ist die Einnahme über den gesamten empfohlenen Zeitraum, auch wenn sich die Symptome schnell bessern. Ein zu früher Abbruch erhöht das Risiko für Resistenzen und Komplikationen.

Dauer und mögliche Komplikationen einer Mandelentzündung

Uff – auch wenn Betroffene nichts lieber hätten, als dass die Halsschmerzen schnell vorübergehen: Die Dauer einer akuten Mandelentzündung beträgt in der Regel sieben bis zehn Tage. Bei Behandlung bessern sich die Beschwerden oft schon nach drei bis fünf Tagen, unter Antibiotika häufig innerhalb von 24 bis 48 Stunden.

Die gute Nachricht ist: Komplikationen wie ein Peritonsillarabszess (Eiteransammlung neben der Mandel), eine Ausbreitung der Infektion auf umliegendes Gewebe, eine Mittelohrentzündung oder – sehr selten – rheumatisches Fieber und eine Nierenentzündung sind selten. Eine rechtzeitige Diagnose durch den Arzt verringert das Risiko von Komplikationen.

Wann ist eine Mandeloperation sinnvoll?

Bei häufig wiederkehrenden Mandelentzündungen (mehr als drei bis vier Episoden pro Jahr über mehrere Jahre) kann eine Tonsillektomie, also die operative Entfernung der Mandeln, sinnvoll sein. Die Entscheidung hierfür wird individuell zusammen mit der HNO-Ärztin bzw. dem HNO-Arzt getroffen.

Häufige Fragen zur Mandelentzündung

Ist eine Mandelentzündung ansteckend – und wenn ja, wie lange?

Ja, eine Mandelentzündung ist in der akuten Phase ansteckend, vor allem durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen, Sprechen oder Küssen. Die Ansteckungsgefahr ist in den ersten Tagen der Erkrankung am höchsten. Bei einer bakteriellen Tonsillitis sinkt sie unter Antibiotika-Einnahme nach etwa 24 Stunden deutlich.

Woran erkenne ich, ob ich Antibiotika brauche?

Antibiotika sind nur bei bakterieller Mandelentzündung sinnvoll. Ob Bakterien – häufig sind Streptokokken die Auslöser – beteiligt sind, klärt die Ärztin oder der Arzt anhand von Beschwerden, Untersuchung des Rachens und ggf. Rachenabstrich.

Darf ich mit Mandelentzündung arbeiten oder in die Schule gehen?

Bei starkem Krankheitsgefühl, Fieber oder erheblichen Schluckbeschwerden sollten Sie zu Hause bleiben und sich ausruhen. Kinder mit bakterieller Streptokokken‑Tonsillitis sollten frühestens 24 Stunden nach Beginn der Antibiotika‑Therapie wieder in Gemeinschaftseinrichtungen gehen.

Helfen Hausmittel allein gegen Mandelentzündung?

Hausmittel wie Gurgeln, warme Getränke und Halswickel können Symptome lindern, ersetzen aber keine ärztliche Diagnose. Bei hohem Fieber, starken Schmerzen oder anhaltenden Beschwerden ist immer ein Arztbesuch notwendig.

Wann sollte ich bei einer Mandelentzündung dringend zum HNO-Arzt?

Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe, wenn Sie starke Halsschmerzen, hohes Fieber, Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen, einseitig sehr starke Schmerzen, Mundöffnungsschwierigkeiten oder einen deutlich verschlechterten Allgemeinzustand bemerken. Das kann auf Komplikationen wie einen Abszess hindeuten. 

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